Journaling - wie geht das eigentlich?

Freies Schreiben

Die wohl bekannteste Form des freien Schreibens sind die Morgenseiten (siehe auch meinen Blogartikel Morgenseiten). Beim freien Schreiben lässt Du Deinen Gedanken und Worten einfach freien Lauf und schreibst, was Dir gerade in den Sinn kommt. So kannst Du das Chaos in Deinem Kopf ordnen, Dich leer schreiben. Wichtig ist, den Schreibfluss aufrecht zu erhalten. Nicht darüber nachdenken, was Du denn jetzt schreiben könntest. Wenn Dir nichts einfällt, dann schreibst Du genau das: mir fällt gerade nichts ein. Keine Angst, wir denken 60.000 Gedanken am Tag, da kommt schon noch was.

Unter 10 Minuten sollte die Übung nicht sein, sonst bekommst Du keinen guten Zugang zum Kern dessen, was Dich gerade beschäftigt. Die ersten Zeilen sind meiner Erfahrung nach noch nicht so tiefgründig. Je länger wir schreiben, desto eher nähern wir uns einem bestimmten Thema. Und dann machst BÄNG. Probiere es unbedingt aus.

Wie bei allen Arten des Journalings sind auch diese Zeilen nicht für Dritte bestimmt. Wenn Du weißt, dass irgendjemand mal in Deinem Notizbuch lesen wird, dann wirst Du die Gedanken nicht so fließen lassen, sondern Dein Kopf wird damit beschäftigt sein, abzuwägen, ob „man“ das sagen darf oder nicht. Nimm diesen Raum für Dich alleine ein, sorge dafür, dass Du während des Schreibens nicht gestört wirst. Und wenn es neugierige Blicke gibt, dann setze Deine Grenzen. Das ist Dein Reich!

Frageform

Um Deinen Fokus auf ein bestimmtes Thema zu lenken, kann die Frageform hilfreiche Dienste leisten. Beispiele für Fragen findest Du auch in meinem Blogartikel zum 6-Minuten-Tagebuch. Die Themen, die Du dafür wählen kannst sind so vielfältig wie das Leben selbst. Möchtest Du mehr Dankbarkeit spüren? Dann frage Dich jeden Tag, wofür Du dankbar bist und schreibe mindestens drei Punkte auf – und wenn es nur die Tasse Kaffee am Morgen ist. Oder beleuchte Deine berufliche Situation. Alles ist denkbar.

Die Utensilien

Konnte ich Dich anregen, es auch mal zu versuchen? Dann stellt sich als nächstes die Frage, womit machst Du Deine Morgenseiten oder Dein Journaling. Ich nutze für die Morgenseiten einen ganz einfachen Spiralblock und schreibe sie einfach mit Kugelschreiber. Die Morgenseiten sind eher dafür da, Ballast aus dem Hin loszuwerden und sich zu sortieren, und um wichtige Erkenntnisse zu bekommen. Da sie in aller Regel morgens geschrieben werden und man vielleicht noch etwas schläfrig ist (gut für den Zugang zum Unbewussten…) ist mir die Form nicht so wichtig.

Anders beim Journaling

Sobald ich richtig wach bin und an meinem Schreibtisch sitze oder auch zwischendurch „journal“, dann nehme ich mir ein wirklich schönes Notizbuch. Meine Favoriten sind die Notizbücher von Leuchtturm oder auch Paperblanks. Außerdem nutze ich zum Journaling immer einen Füller. Ich liebe es mit Füller in ein wunderschönes Notizbuch zu schreiben. Und schon habe ich wieder ein Lächeln im Gesicht!